Die Reaktion der Märkte war prompt und deutlich: Unmittelbar nach Bekanntgabe der Waffenruhe in Nahost sackten die Ölpreise ab. An den Börsen in Übersee ging es hingegen aufwärts.

    • Tarogar@feddit.org
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      4 days ago

      Das glaub ich noch nicht. Warum die Preise schnell senken wenn die Leute so oder so tanken müssen… Da wird erstmal noch maximal Profit mitgenommen.

  • HaraldvonBlauzahn@feddit.org
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    5 days ago

    Die Ölpreise sind nach der Ankündigung kurz nach Mitternacht (deutscher Zeit) kräftig gefallen. Der Preis für ein Fass (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni fiel kurz nach der Ankündigung um bis zu 16 Prozent auf 91,70 US-Dollar.

    Man sollte da wahrscheinlich nicht die Preise für Brent mit Lieferung im Juni nennen, sondern die aktuellen Spot-Preise.

    Die ersteren sind Futures-Preise. Die sind schon in stabilen Friedenszeiten etwas spekulativ. In Zeiten wo Insider-Trading grassiert und manche Ankündigungen von Regierungen möglicherweise als Hauptziel haben, Märkte zu beeinflussen oder zu beruhigen, sind sie wenig aussagekräftig. Jemand mit Insider-Wissen kann die Futures kaufen, wenn die Statements gerade “gut” sind, und verkaufen, wenn verbal oder aktuell Amargeddon bevorsteht und der Preis gerade höher ist. Auch Statements wie eine geplante Freigabe von Reserven betreffen letztlich “Papieröl” und diese können genutzt werden, um spekulative Gewinne zu erreichen. Bei Regierungen, die schon eine Pandemie nutzen, um krumme Geschäfte mit medizinischen Masken zu machen, kann man wohl häufig nichts anderes erwarten.

    Der Knackpunkt ist, es gibt einen Ausfall von Produktionskapazität. Wie wird das verbleibende, physisch vorhandene, reale Öl verteilt? Da ist der Spot-Preis ein besserer Anhaltspunkt .

    • Melchior@feddit.org
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      4 days ago

      Die Preise für Brent Spot sind 94,52 US-Dollar. Aber man muss schon vergleichen können und es dauert 20-30 Tage aus dem Nahen Osten bis in die Nordsee. Wobei das Mai wäre.

      • HaraldvonBlauzahn@feddit.org
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        3 days ago

        Das ist sehr komplex.

        Was momentan vielleicht den größten Einfluss auf den Preis hat, sind die Freigaben der strategischen Ölreserven. Aber die lösen das Problem nicht, dass langfristig Angebot weggebrochen ist, und sind daher eher Marktmanipulation als Problemlösung . Oder ein kurzfristig wirkendes Schmerzmittel, wenn die Hand ab ist.

        Das Argument, das Supertanker aus dem Mittletem Osten ca. vier Wochen brauchen bis hier hin, wird öfter angeführt.

        Aber zum einem gibt es bei Rohöl ja globale Weltmarktpreise, da es anders als LNG global gehandelt wird.

        Da kann man nun einwenden, dass ein einheitlicher Welrmarktpreis erst mal nicht gilt bei einem kurzfristigen lokalem Schock, weil das ganze System erst mal nicht mehr im Gleichgewicht ist. Die größte Verknappung ist ja akut in Südasien, wo es bereits massiven Mangel gibt.

        Aber dagegen kann man einwenden, dass in einem effizienten Markt dann eben postwendend volle Tanker von Rotterdam nach Südasien fahren, weil der Preis dort höher ist. Die globale Verknappung erwischt uns dann eben auch. Und das kann auch schneller passieren, als ein Öltanker reist, ähnlich wie sich elektrische Signale im Leitungen weit schneller fortpflanzen als einzelne Elektronen.

        Und längerfristig ist dann die Frage, wie viel von der Infrastruktur kaputt ist und wie lange es braucht, das zu reparieren. Das wird wohl eher Jahre brauchen, und der Anteil der kaputten Anlagen scheint signifikant zu sein.

        Mit anderen Worten, der Ausbau solarer Infrastruktur in Südasien dürfte in der Zeitskala vergleichbar sein. Das kann recht schnell gehen, hier Pakistan als Beispiel. Aber diese Länder werden dann wohl kaum noch deutsche Verbrennerautos kaufen - was für Deutschland wirtschaftspolitisch ein größeres Problem ist als teures Öl.